Rollen an Bord
Eine Woche auf einem Boot funktioniert am besten, wenn jeder ein kleines Stück Verantwortung übernimmt. Genau dafür gibt es die Rollen. Aus einer Gruppe Mitfahrer wird dadurch eine Crew – und am Ende der Woche kannst du etwas, das du vorher noch nie gemacht hast.
Du suchst dir deine Rolle beim Kennenlerntreffen selbst aus. Jede einzelne ist an einem Nachmittag gelernt, es geht dabei mehr ums Koordinieren als ums Können. Und wenn es mal eng wird, springt die Crew ein. Das ist der Sinn der Sache.
Kasse
Du verwaltest die Bordkasse. Zum Törnbeginn übergebe ich sie dir, ab da behältst du den Überblick: Liegegebühren im Hafen, der Einkauf im kleinen Supermarkt, der Kaffee unterwegs. Am Ende der Woche weißt du auf den Euro genau, wo unser Geld geblieben ist – und wie viel zurückgeht.
Kombüse
Als Smut bist du Küchenchef an Bord. Du planst die Mahlzeiten, machst die Einkaufsliste und behältst im Blick, was noch da ist. Gekocht wird gemeinsam, geschnippelt sowieso – deine Aufgabe ist das Drumherum. Dazu gehört auch, die Vorlieben und Unverträglichkeiten in der Crew zu kennen, damit abends jeder satt wird.
Schiffstechnik
Du bist mein zweites Augenpaar am Boot. Motorkontrolle, Bordbatterien, Schiffsfunktionen schalten – das lernst du in den ersten zwei Tagen. Dazu kommen Landstrom und Wassertanks: Beides geht nur in bestimmten Häfen, und wer daran denkt, sorgt dafür, dass die Crew auch am fünften Tag noch duschen kann.
Logbuch
Die Pflichteinträge sind schnell gemacht. Interessanter ist der Rest: Wo lagen wir, was war los, wer ist als Erster gesprungen. Skizzen, Sprüche, Klebezettel – alles erlaubt. Nach einem Jahr ist das Logbuch das, was die Woche wieder lebendig macht.
Navigation
Du kannst dich schon vor dem Törn ins Revier einlesen, Karten anschauen, Ziele raussuchen. An Bord legen wir dann gemeinsam die Tagesetappen fest, und unterwegs behältst du den Kartenplotter im Blick und gibst dem Steuer die Richtung. Vor der kroatischen Küste liegen viele kleine Untiefen – die Rolle hält dich wach und du siehst als Erster, wohin es geht. Wenn du eine Pause brauchst, übernimmt jemand aus der Crew.
Segelmeister
Hier helfen Vorkenntnisse. Wenn wir segeln, hast du den Trimm im Blick und machst Vorschläge, wie das Boot besser läuft. Du bist außerdem eine zweite Anlaufstelle neben mir, wenn jemand eine Frage hat, und darfst Teile der Crew anleiten – bei Übungen an den Segeln oder wenn wir Knoten üben.
Kommunikation und Medien
Der Schiffsfunk ist unsere Verbindung nach draußen: für den Hafen, für andere Boote, im Ernstfall für den Notruf. Wenn du magst, schauen wir uns das schon vor dem Törn gemeinsam an.
Dazu kommt der schönere Teil: Als Skipper habe ich selten eine Hand frei für die Kamera. Du schon. Die Fotos tauschen wir jeden Abend in der Crew – so hat am Ende jeder die ganze Woche auf dem Handy.